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Brustkrebs    Blasenschwäche    Osteoporose    Wechseljahre    Scheidenpilz    Endometriose


Brustkrebs (Mammakarzinom)


Überblick

Bei Brustkrebs handelt es sich um einen bösartigen Tumor in der Brustdrüse. In Deutschland erkranken jährlich fast 60.000 Frauen an Brustkrebs. Seltener können auch Männer an Brustkrebs erkranken.
Die Brustkrebs-Früherkennung durch intensive Selbstuntersuchung der Brust, regelmäßige Kontrollen beim Gynäkologen sowie durch Brustultraschall in regelmäßige Intervallen sind von großer Bedeutung. Je früher man Brustkrebs erkennt, umso besser sind die Heilungschancen.

Die wirksamste Therapie bei Brustkrebs ist eine Operation. Mit modernen Methoden ist es heute in den meisten Fällen möglich, die Brust zu erhalten und den Tumor gezielt zu entfernen. Ist es unumgänglich, Anteile der Brust oder die ganze Brust zu entfernen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Brust anschließend wieder aufzubauen.

Ursachen

Bei Brustkrebs (Mammakarzinom) sind die genauen Ursachen noch nicht vollständig geklärt. Die überwiegende Mehrheit der Betroffenen erkrankt spontan, also ohne, dass Mediziner sichere Ursachen ausmachen können. Jedoch sind mittlerweile verschiedene Risikofaktoren bekannt, welche die Krankheit begünstigen.
Zu den bekannten Risikofaktoren von Brustkrebs gehört eine zunächst gutartige Vermehrung der Drüsenläppchen und des Bindegewebes der Brustdrüsen (sog. proliferative Mastopathie).
Weitere mögliche Risikofaktoren für ein Mammakarzinom können sein:

  • Kinderlosigkeit bzw. eine späte erste Schwangerschaft (nach dem 30. Lebensjahr)
  • familiäre Disposition
  • frühes Einsetzen der Regelblutung
  • späte Menopause (letzte Regelblutung)
  • dauerhaft fettreiche Ernährung
  • Exposition gegenüber ionisierender Strahlung (z.B. häufiges Röntgen)
  • Rauchen und Alkohol
  • langfristige Einnahme weiblicher Sexualhormone

Dagegen erhöht die Einnahme der Antibabypille das Brustkrebsrisiko nicht.

Symptome

Brustkrebs (Mammakarzinom) bereitet im frühen Stadium in aller Regel keine Beschwerden oder Schmerzen. Es gibt jedoch Symptome, die auf einen Tumor in der Brust hindeuten können. Wichtig ist deshalb, dass jede Frau ihre Brüste regelmäßig selbst abtastet und genau beobachtet, ob sie sich in irgendeiner Weise verändert haben.
Mögliche Anzeichen auf Brustkrebs können sein:

  • Knoten oder Verhärtungen in der Brust, die früher nicht zu ertasten waren
  • Einziehung der Haut oder Einziehung einer Brustwarze
  • Größendifferenz der Brüste, die vorher nicht bestand
  • unterschiedliches Aussehen der Brüste beim Anheben der Arme
  • Absonderungen aus einer Brustwarze
  • andere Veränderungen der Brust oder Brustwarze, z.B. eine plötzliche starke Rötung
  • tastbare Lymphknoten in der Achselhöhle, die vorher nicht bestanden und nicht durch eine andere Erkrankung bedingt sind (z.B. entzündeter Pickel im Bereich der Achselhöhle)

Diese Anzeichen bedeuten nicht, dass es sich zwingend um Brustkrebs handelt. Um die genaue Ursache festzustellen, sollte man die Brust jedoch ärztlich untersuchen lassen.

Diagnose

Jeden Verdacht auf Brustkrebs (Mammakarzinom) sollte die betroffene Frau ärztlich abklären lassen – eine frühe Diagnose erhöht die Erfolgschancen der Therapie deutlich. Zunächst erfragt der Arzt die Krankengeschichte (Anamnese) und tastet beide Brüste sowie die Achselhöhlen und die Schlüsselbeingruben genau ab. Danach folgen zunächst eine Ultraschalluntersuchung (Sonographie) sowie eine Röntgenuntersuchung der Brust (Mammographie).

Eine Ultraschalluntersuchung, in Kombination mit der Mammographie, erhöht die Sicherheit der Diagnose von Brustkrebs. Um endgültig sagen zu können, ob die Veränderungen gut- oder bösartig sind, entnimmt der untersuchende Arzt mit einer Nadel eine Gewebeprobe (Biopsie) zur mikroskopischen Untersuchung – in der Regel unter Ultraschallkontrolle. Mögliche Verfahren hierbei sind:

  • die Exzisionsbiopsie: Auffällige Veränderungen, die leicht zu erreichen sind, werden komplett herausgeschnitten
  • die Stanzbiopsie: Entnahme einer Gewebeprobe mithilfe einer Hohlnadelstanze unter Ultraschallsicht
  • die Vakuumbiopsie: Entnahme einer Gewebeprobe unter Bildüberwachung, z.B. Röntgen, mit einer etwa drei Millimeter dünnen Hohlnadel, in der sich ein winziges Hochgeschwindigkeitsmesser befindet
  • sowie die Feinnadelbiopsie bei bereits tastbaren Knoten: Entnahme einzelner Zellen mithilfe von sehr dünnen Nadeln

Der Pathologe untersucht das Gewebe anschließend auf Krebszellen.
Das Ergebnis der mikroskopischen Gewebeuntersuchung (Histologie) dient nicht nur der Klärung des Verdachts auf ein Mammakarzinom, es gibt auch Aufschluss über den Tumortyp und den Grad seiner Aggressivität. Die Untersuchung des operativ entfernten Tumors und der Lymphknoten klärt, ob der Tumor vollständig entfernt wurde und ob er bereits in die Lymphknoten gestreut hat, also Metastasen gebildet hat.
In Einzelfällen setzt man eine Magnetresonanztomographie (MRT) zur Diagnostik von Brustkrebs ein. Patientinnen mit hohem Risiko für Metastasen (Tochtergeschwülsten) in Lunge, Leber oder Knochen müssen sich weiteren Untersuchungen unterziehen. Hierzu zählen beispielsweise eine Röntgenuntersuchung der Lunge, die nuklearmedizinische Untersuchung der Knochen (Knochenszintigraphie) und eine Ultraschalluntersuchung der Leber, die Hinweise auf möglicherweise vorhandene Tochtergeschwülste geben.
Die Tumormarker CEA und CA 15-3 sind körpereigene Stoffe, die im Zusammenhang mit Brustkrebs vermehrt im Blut auftreten. Diese bestimmt der Arzt vor allem im Verlauf einer Krebserkrankung. Diese Werte können darauf hinweisen, ob ein Tumor unter Umständen wieder aufgetreten ist (sog. Rezidiv).

Verlauf

Ein Wiederaufbau der Brust, also eine Brustrekonstruktion, bietet sich zum einen nach einem ausgedehnten Eingriff wie der Radikaloperation (Entfernung der gesamten Brust) an, aber auch, wenn nur ein Teil der Brust entfernt wurde. Die Rekonstruktion lässt sich sowohl sofort im Anschluss an die Operation als auch Monate oder Jahre später durchführen. Der Zeitpunkt und die Wahl des Rekonstruktions-Verfahren hängen wesentlich von den jeweiligen Umständen der Nachbehandlung sowie vom Wunsch der Patientin ab.
Es gibt grundsätzlich zwei Varianten, die Brust wiederaufzubauen: Eine Rekonstruktion der Brust mit körpereigenem Gewebe, etwa Muskelgewebe oder Gewebe aus der Bauchdecke, oder mit Silikon beziehungsweise Kochsalzlösung gefüllte Prothesen aus Kunststoffbeuteln. Die künstlichen Prothesen haben den Nachteil, dass der Organismus um den Fremdkörper bindegewebeartige Kapseln bildet. Die dadurch verursachte Verhärtung beeinträchtigt nicht nur das kosmetische Ergebnis, sondern erschwert auch die Erkennung eines möglichen Rezidivs, also eines Widerauftretens der Erkrankung.

Vorbeugen

Einer Brustkrebs-Erkrankung kann man bedingt vorbeugen, indem man die Risikofaktoren weitgehend meidet. Hierzu gehören die Normalisierung des Gewichts sowie Verzicht auf Alkohol und Rauchen. Hormone zur Linderung von Beschwerden während der Wechseljahre sollten betroffene Frauen nur unter strenger ärztlicher Kontrolle und möglichst zeitlich begrenzt einnehmen.
Als Früherkennungsmaßnahme ist die Selbstuntersuchung der Brust von großer Bedeutung, denn einen Großteil der Tumoren ertasten Frauen selbst. Deshalb wird empfohlen, die Brust einmal im Monat selbst zu untersuchen. Neben der Brust selbst sollten Frauen auch die Haut von Brust und Achselhöhle inspizieren und abtasten. Verhärtungen, Knoten, nicht heilende Wunden, Einziehungen der Haut, Anschwellung der Lymphknoten oder aus der Brustdrüse austretende Flüssigkeit sind tumorverdächtig und müssen vom Arzt abgeklärt werden.
Frauen ab dem 30. Lebensjahr haben zudem in Deutschland einmal jährlich die Möglichkeit, beim Gynäkologen eine kostenlose Früherkennungsuntersuchung durchführen zu lassen. Seit einige Jahren gehört die regelmäßige Mammographie im Abstand von zwei Jahren bei Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr zu den vom Bundesministerium für Gesundheit empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen. Für Risikopatientinnen, also beispielsweise Frauen mit häufigen Krebserkrankungen in der Familie oder mit einer gutartigen Wucherung des Milchganggewebes, empfehlen sich bereits ab dem 30. Lebensjahr regelmäßige Mammographien.



Blasenschwäche  


Überblick

Harninkontinenz, dass heißt unwillkürlicher Urinverlust, ist eine häufige Erkrankung, unter der in Deutschland etwa sechs bis acht Millionen Frauen und Männer leiden. Frauen trifft es in jedem Alter viel häufiger als Männer. Insgesamt nimmt die Häufigkeit der Blasenschwäche im Alter zu. Bis zum Jahr 2050 sollen sogar fast 30 Prozent der Bundesbürger betroffen sein, schätzen Fachleute. Die Hemmschwelle, um sich sachkundige Hilfe oder Rat einzuholen und sich an Ärzte, Angehörige oder Selbsthilfegruppen zu wenden, ist seit vielen Jahren unverändert hoch. Gerade einmal die Hälfte der Betroffenen macht davon Gebrauch. In einer im Jahr 2006 durch die WHC veröffentlichten Studie unter 2004 Frauen wurden diese Angaben bestätigt.

  • 20 % der jungen Frauen und 50 % der älteren Frauen sind von einer Harninkontinenz betroffen.
  • Bei Männern steigt das Risiko ab dem 50. Lebensjahr an Inkontinenz zu erkranken.
  • Rasant steigt die Betroffenenzahl, sobald es zu einer Vergrößerung der Prostata kommt.
  • Nach der Entfernung der Prostata leiden bis zu 60% der betroffenen Männer unter Harninkontinenz.

Dabei sind Diagnostik und Therapie so weit fortgeschritten, dass sich die verschiedenen Formen der Harninkontinenz in den allermeisten Fällen heilen oder zumindest lindern lassen. Leider ist dies in der Bevölkerung noch nicht umfassend bekannt.

Ursachen

Ursachen Stressinkontinenz

Die Stressinkontinenz hat nichts mit dem Stress zu tun, von dem bei Überlastung mit Arbeit oder seelischen Problemen immer wieder gesprochen wird. Vielmehr ist mit Stress bei Inkontinenz ein erhöhter Druck im Bauchraum gemeint, der unter anderem durch Lachen, Niesen, Husten, Springen, Tragen, Heben oder körperliche Anstrengungen ausgelöst wird. In diesen Fällen ändern sich die Druckverhältnisse im Bauchraum ganz plötzlich, und auch der Druck im Inneren der Blase steigt an. Der Urin wird dadurch in Richtung Blasenausgang gepresst und kann entweichen.

Die Stressinkontinenz wird in drei Schweregrade unterteilt:
 
1. Grad : Inkontinenz beim Husten und Niesen
2. Grad : Inkontinenz bei abrupten Körperbewegungen, beim Aufstehen und/oder Hinsetzen
3. Grad : Inkontinenz bei Bewegungen ohne Belastung, z.B. im Liegen
 
Ursachen Dranginkontinenz

Bei der Dranginkontinenz, die nach dem englischen Wort für Drang auch Urge-Inkontinenz genannt wird, kommt der unfreiwillige Urinverlust durch ein Zusammenziehen des Blasenmuskels zustande, das sich nicht unterdrücken lässt. Dabei entsteht ein starker Harndrang. Die Verschlussmuskulatur von Blase und Beckenboden ist bei dieser Form von Inkontinenz vollkommen intakt. Die Messfühler in der Blasenwand, die den Füllungsstand der Blase an Rückenmark und Gehirn weiterleiten, sind überempfindlich und geben bereits bei geringem Blaseninhalt das Signal zur Harnentleerung. Überaktive Nervenimpulse des Harnblasenmuskels, was zu einem vorzeitigen, manchmal krampfartigen Zusammenziehen des Schließmuskels führt.
 
Ursachen Überlaufinkontinenz

Bei Männern:
Eine vergrößerte Prostata ist die häufigste Ursache. Eine Harnröhrenverengung ist die Folge.
Dadurch kommt es zu:

  • Restharngefühl mit ständigem Harndrang- Überdehnung der Blasenmuskulatur - Verlust der Kontraktionsfähigkeit
  • ständiges Tröpfeln aus der Harnröhre bzw. Blase
  • Rückstau bis zu den Nieren

Bei Frauen und Männern:

  • Harnsteine
  • Harnröhrenverengungen z.B. durch Verletzung, Tumore

Ursachen Reflexinkontinenz

Betroffene, die unter einer Reflexinkontinenz leiden, können sind:
Multiple Sklerose
Alzheimer
Demenz
Parkinson
Schlaganfall
Querschnittslähmung

Bei der Reflexinkontinenz kann keinerlei willentliche Kontrolle mehr über die Blasenfunktion ausgeübt werden.

Diagnose

Wichtig für die Wahl der Therapie ist es, welche Form der Harninkontinenz vorliegt. Aus dem Gespräch und der Schilderung der Beschwerden zieht der Arzt erste Rückschlüsse auf die Art der Blasenschwäche und den Schweregrad. Außerdem wird der Arzt nach anderen bekannten Erkrankungen und bei Frauen außerdem nach vorherigen Schwangerschaften fragen. Je nach Beschwerdebild kommen verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz. Zunächst müssen Erkrankungen wie Blasenentzündung, Blasensteine oder Tumore als Ursache der Inkontinenz ausgeschlossen werden. Mittels Ultraschalluntersuchung lassen sich Nieren und Blase beurteilen sowie Nieren- oder Blasensteine, Tumore oder angeborene Fehlbildungen feststellen. Zudem lässt sich eine eventuelle Restharnmenge bestimmen. Außerdem wird der Druck in der Harnblase und im Bauchraum während der Füllung bzw. Entleerung der Blase gemessen. Auch die Funktion des Blasenschließmuskels prüft der Arzt unter Ruhe- und Stressbedingungen.

Verlauf

Stressinkontinenz

Die häufigste Ursache der Stressinkontinenz bei Frauen ist eine Beckenbodenschwäche. Ziel ist es, die Muskulatur zu kräftigen. Tägliches Training unter fachkundiger Anleitung, später auch allein strafft die Muskulatur und stärkt den Blasenschließmuskel. Menschen mit Übergewicht können auch schon einiges erreichen, wenn sie einige Pfunde abnehmen. Bei Frauen nach der Menopause ist manchmal eine Östrogenbehandlung sinnvoll.
Bessern sich die Beschwerden trotz Therapie nicht, muss man eine Operation ins Auge fassen. Ein Kunststoffband wird locker vor die Harnröhre gelegt, damit diese bei Belastung nicht sofort nachgibt. So öffnet sich der Schließmuskel nicht sofort, wenn leichter Druck auf die Blase einwirkt. Die Stressinkontinenz kommt bei Männern selten vor. Meist ist sie die Folge einer Verletzung des Harnröhrenschließmuskels, beispielsweise nach einer Prostataoperation. Auch hier kann sich das Beckenbodentraining günstig auswirken. Bringt das keine Besserung, können Ärzte einen künstlichen Schließmuskel einsetzen.

Dranginkontinenz

Bei der Dranginkontinenz reagieren die Blasenrezeptoren überempfindlich auf Reize. Behandelt wird mit Medikamenten, welche die Überaktivität der Blasenmuskulatur bzw. der Blasenverschlußmuskeln dämpfen. Dadurch erhöht sich die Blasenkapazität und die Blase kann wirklich voll werden, bevor der Drang zum Wasserlassen entsteht. Bei schwereren Formen können krampflösende Medikamente helfen. Sie bewirken, dass sich der Blasenmuskel nicht mehr zusammenzieht und der starke Harndrang nachlässt. Die Behandlung sollte einige Wochen andauern.

Überlaufinkontinenz

Hauptursache dieser Störung ist eine große Prostata. Leichtere Formen sind mit pflanzlichen Medikamenten aus Kürbis, Brennnessel oder Sägepalme extrahiert behandelbar. Schwerere Formen werden mit so genannten Alpha-Rezeptorenblocker behandelt. Sie lockern den Blasenverschluss und senken den Auslasswiderstand. Dadurch vermindert sich die Restharnmenge.

Reflexinkontinenz

Bei der Reflexinkontinenz ist die Verständigung zwischen Gehirn und Blase gestört und die Blase entleert sich plötzlich. Medikamente können die spontanen Aktivitäten der Harnblasenmuskulatur hemmen.

Vorbeugen

Schon in jungen Jahren kann man der Inkontinenz vorbeugen. Man sollte:

  • für viel Bewegung sorgen
  • Alkohol nur mäßig genießen
  • ab dem 40. Lebensjahr ist eine regelmäßige Untersuchung der Prostata ratsam
  • Beckenbodentraining
  • Übergewicht vermeiden

Inkontinenzformen

Stressinkontinenz
Bei dieser Form tritt häufig ein unfreiwilliger Harnaustritt aufgrund eines erhöhten Bauchdrucks auf, ohne dass sich die Blasenmuskeln ausreichend zusammenziehen. Es kommt zum unwillkürlichen Harnverlust bei körperlicher Belastung, z.B. beim: Husten, Niesen, Lachen, Heben schwerer Lasten, Treppensteigen oder Sport.
 
Unter Stressinkontinenz leiden hauptsächlich Frauen. Ein geschwächter Beckenboden oder eine Schädigung des Bindegewebes kann, besonders nach Entbindungen die Ursache für den Harnaustritt sein. Inkontinenz kann in allen Altersgruppen auftreten, wobei die Beschwerden meist nach dem Ausbleiben der Menstruation zunehmen. Dies ist auf den sinkenden Östrogenspiegel im Blut zurückzuführen; dadurch wird das Gewebe dünner, und die Kontraktionsfähigkeit der Harnröhre geht zurück.

Dranginkontinenz
Die Betroffenen spüren plötzlich so starken und unbeherrschbaren Harndrang, dass sie den Urin nicht mehr zurück halten können; bis zur nächsten Toilette schaffen sie es nur schwerlich. Dabei ist die Harnblase meist nur wenig gefüllt. Es werden unterschieden:
Sensorische Dranginkontinenz:
Die Rezeptoren, die den Füllungsgrad der Blase an das Gehirn melden, sind überempfindlich. Das Gehirn veranlasst daraufhin über willentlich nicht zu beeinflussende Signale ein Zusammenziehen der Blasenmuskulatur. Es kommt zur Inkontinenz. Meist werden dabei nur kleine Urinmengen ausgeschieden, allerdings recht häufig.

Motorische Dranginkontinenz:
Bei der motorischen Dranginkontinenz geht unwillkürlich Harn aus der Harnröhre ab, weil sich der Muskel, der für die Entleerung der Harnblase zuständig ist, zusammenzieht. Diese Muskelkontraktionen sind nicht unterdrückbar und führen zu einer Drucksteigerung innerhalb der Harnblase. Genau diese Drucksteigerung spürt man und muss dem Druck unmittelbar nachgeben, d. h. man muss sofort eine Toilette aufsuchen. Bei der Dranginkontinenz liegt keine Störung des Verschlussmechanismus vor, sondern durch das willentlich nicht zu beeinflussende Zusammenziehen des Blasenmuskels, kommt es zum Einnässen. Bereits eine geringe Füllung der Blase bewirkt einen starken und willentlich nicht zu unterdrückenden Harndrang.
Reflexinkontinenz
Bei der Reflexinkontinenz kommt es zur ungewollten aktiven Entleerung der Harnblase; ein Harndrang besteht nicht. Betroffen sind Menschen mit Störungen von Nerven oder Rückenmark, beispielsweise bei einer Querschnittslähmung. Sie sind nicht mehr in der Lage, ihren Harnröhrenschließmuskel zu kontrollieren.

Es werden zwei Formen unterschieden:
Die spinale Reflexinkontinenz entsteht als Folge einer Erkrankung, z.B. Multiple Sklerose oder Verletzung des Rückenmarks. Dabei zieht sich zwar der Blasenmuskel aufgrund eines Reflexes zusammen, der Betroffene empfindet aber dennoch keinen Harndrang. Der Grund dafür ist, dass die Nervenverbindung vom Gehirn zum Rückenmark unterbrochen sind. Der Betroffene kann seinen Blasenmuskel nicht mehr willentlich kontrollieren, es kommt zu unwillkürlichem Harnabgang.

Bei der supraspinalen Reflexinkontinenz geht die Kontrolle über die willkürliche Blasenentleerung aufgrund von Hirnleistungsstörungen verloren. Hierfür verantwortlich können Erkrankungen wie Alzheimer, Demenz, Parkinson und Schlaganfall sein. Die Folge ist ein unwillkürlicher Harnabgang in wechselnden Intervallen und in unterschiedlichen Mengen. Häufig ist vorher kein Harndrang zu verspüren. Betroffene leiden zusätzlich oft unter neurologischen Ausfällen.

Überlaufinkontinenz
Die Überlaufinkontinenz ist die häufigste Inkontinenzform bei Männern. Die Betroffenen haben große Schwierigkeiten, ihre Harnblase vollständig zu entleeren. Daher bleiben nach dem Wasserlassen größere Urinmengen in der Blase zurück. Diese Restharnbildung führt dazu, dass Urin unfreiwillig tropfenweise abgeht.
Die Ursachen sind lang anhaltende Abflussbehinderungen wie z.B. eine Vergrößerung der Prostata und Harnröhrenengstellen. Hier muss meist durch eine Operation für den freien Abfluss des Harns gesorgt werden. Bei Frauen ist diese Erkrankung ungewöhnlich.
Dadurch kommt es zu:

  • Restharngefühl mit ständigem Harndrang
  • Überdehnung der Blasenmuskulatur
  • Verlust der Kontraktionsfähigkeit
  • Rückstau bis zu den Nieren
  • mögliche Schädigung der Nieren

Mischformen

Manche Meschen leiden gleichzeitig unter Stress- und Dranginkontinenz. Dies wird auch als Mischform der Inkontienz bezeichnet. Oft ist eines der beiden Probleme stärker ausgeprägt und die Behandlung wird primär auf das Problem das Beschwerden verursacht, fokusiert.

 

 



Osteoporose  

Überblick

Unter Osteoporose / Knochenschwund wird eine Skeletterkrankung verstanden, bei der das Gleichgewicht der Knochenregeneration gestört ist. Es kommt zu einer niedrigeren Knochenmasse und einer verschlechterten Mikroarchitektur. Der Verlauf ist im Bild deutlich sichtbar. Osteoporose entsteht durch den vermehrten Abbau der Knochensubstanz, wodurch die Dichte und Stabilität der Knochen abnimmt. Normalerweise wird das Knochengewebe ständig abgebaut und neues Knochengewebe gebildet. Daher bezeichnet man das Skelett als lebendes Gewebe, das sich in einem kontinuierlichen Umbauprozess fortwährend erneuert. Die Geschlechtshormone - Östrogen, Testosteron - steuern unter anderem diesenKnochenumbau. Dabei wirken Osteoklasten (die knochenfressenden Zellen) und Osteoblasten (die knochenaufbauenden Zellen) wie in einem Team zusammen. Beim gesunden Menschen sind Knochenaufbau und -abbau so aufeinander eingepegelt, dass die Knochenmasse erhalten bleibt. Bei der Osteoporose ist dieses Gleichgewicht gestört, es wird mehr Knochenmasse „gefressen“ als neue produziert.
 
Ursachen

Wir wissen heute, dass die folgenden Faktoren für die Ausbildung der Osteoporose eine zentrale Rolle spielen.

  • Steigendes Alter: 80 Prozent der Erkrankten sind Frauen nach den Wechseljahren.
  • Erbfaktoren: Frauen, in deren Familie Osteoporose schon aufgetreten ist, sind besonders gefährdet.
  • Östrogen-Mangel: Mit dem Einsetzen der Menopause kommt es zu einem deutlichen Abfall der Östrogenkonzentration im Blut.
  • Immobilität: Eine sitzende Bürotätigkeit ist häufig schon in jungen Jahren mit einem erheblichen Bewegungsmangel verbunden. Der Verzicht auf sportliche Aktivitäten, aber auch eine Krankheitsbedingte langfristige Bettruhe, trägt zu einer niedrigen Knochendichte bei.
  • Negative Calcium-Bilanz: Der Knochen stellt das Calcium-Depot des Körpers dar. Eine negative Calcium-Bilanz ( mehr Calcium wird ausgeschieden als aufgenommen ) bewirkt einen Knochenabbau und fördert eine Osteoporose.
  • Genussmittel: Chronischer hoher Alkoholkonsum, langjähriges Rauchen und eine hohe Koffeinzufuhr sind wesentlich an der Ausbildung der Osteoporose beteiligt.

Symptome

Zu Beginn einer Osteoporose treten nur geringe Beschwerden auf, zum Beispiel gelegentliche Rückenschmerzen. Typisch für die fortschreitende Osteoporose sind Knochenbrüche ohne erkennbaren Anlass, so genannte Spontanfrakturen. Diese Brüche führen zu starken, akuten Schmerzen und zu Fehlstellungen, die wiederum starke Muskelverspannungen auslösen können. Bei der Osteoporose im Alter sind Brüche des Oberschenkels (Oberschenkelhalsfraktur) sehr häufig. Typisch für die hormonell bedingte Osteoporose sind Einbrüche der Wirbelkörper. Sie werden häufig als "Hexenschuss" falsch gedeutet. Dadurch werden Osteoporose-Patienten immer kleiner, und es entsteht ein Rundrücken ("Witwenbuckel").

Diagnose

Frühdiagnose: Empfehlung für alle Frauen nach dem 50. Lebensjahr

Eine Frühdiagnose ist der erste Schritt zu einer frühen Behandlung von Osteoporosepatienten oder Menschen, bei denen Osteoporosegefahr besteht. Dazu ist es jedoch notwendig, dass sich jeder seines Risikos, an Osteoporose zu erkranken, bewusst ist, vor allem nach dem fünfzigsten Lebensjahr. Experten schätzen, dass jede zweite Frau über 50 an Osteoporose erkrankt ist.

Die Knochendichte sollte unbedingt bestimmt werden, wenn entsprechende Beschwerden, wie z.B. lang anhaltende starke Rückenschmerzen oder Risikofaktoren vorliegen wie:

  • Steigendes Alter
  • Östrogenmangel z.B. früher Eintritt der Wechseljahre (im Alter von unter 45 Jahren)
  • Über ein Jahr lang ausbleibende Regelblutung
  • Erbfaktoren (Eltern oder Großeltern litten an Osteoporose)
  • Langfristige Kortisonbehandlung z.B. Asthmapatienten
  • Geringe Körpermassenzahl (body mass index oder BMI): unter 19kg/m2
  • Übermäßiger Konsum von Genussmittel (Alkohol, Koffein und Nikotin)

Vorbeugen

Die nachfolgend aufgeführten Maßnahmen sind die Basis der Verbesserung der Knochenstabilität und der Vermeidung von Sturzbedingten Knochenbrüchen

  1. Muskelkraft und Koordination
    Empfehlenswert ist eine regelmäßige körperliche Aktivität mit der Zielsetzung Muskelkraft und Koordination zu fördern. Außerdem werden durch körperliches Training auch Gehirnleistung, Gleichgewichtssinn und Reaktionsvermögen verbessert. Eine Immobilisierung  sollte unbedingt vermieden werden.
  2. Stürze
    Stolperfallen und andere Sturzrisiken sollten vermieden werden. Hierzu zählen auch eine unkontrollierte Einnahme von Beruhigungs- und Schlafmitteln. Bei erhöhter Sturzneigung, vor allem im höheren Lebensalter schützt das Tragen eines Hüftprotektors.
  3. Ernährung und knochengesunde Lebensweise
    Calcium und Vitamin D ist als Grundlage jeder Osteoporosebehandlung aber auch zur Vorbeugung unverzichtbar. Auch die Ernährung ist ein wesentlicher Bestandteil der Osteoporoseverhinderung: Vitamin D und calciumreiche Ernährung in Form von Milchprodukten, Obst, Gemüse und Getreideprodukte sollten auf Ihrem täglichen Speiseplan stehen. Phosphate in z.B. Wurst und Fleisch dagegen sollten sie meiden.



Wechseljahre  


Überblick

Die Wechseljahre (Klimakterium) stellen die gesamte Übergangsphase vom Ende der vollen Geschlechtsreife bis zum so genannten Senium (Alter) der Frau dar. Diese Übergangsphase beginnt ein paar Jahre vor der letzten Regelblutung – der so genannten Menopause.
Weil die hormonelle Umstellung graduell eintritt, bemerken viele Frauen zu Anfangs nichts oder wenig davon. Die Prämenopause lässt sich deswegen meist nur rückwirkend feststellen. In der Zeit vor der Menopause kommt die Monatsblutung zunehmend unregelmäßig, die Stärke der Blutung schwankt immer heftiger. Auch die letzte Monatsblutung lässt sich nur im Nachhinein erkennen. Ärzte sprechen erst dann von einer Menopause, wenn die Blutung an zwölf aneinander folgenden Monaten ganz ausgeblieben ist.
Für viele Frauen haben die Wechseljahre nicht nur eine gesundheitliche Dimension. Sie sind außerdem der Auslöser für eine Um- und Neuorientierung im Leben der Frauen. Diese Phase der Umstellung wird sehr unterschiedlich empfunden. Einige sehen darin eine Befreiung, spüren eine Aufbruchsstimmung, andere sind niedergeschlagen und fühlen sich alt.

Ursachen

Die Ursachen der Wechseljahre (Klimakterium) sind altersbedingte hormonelle Umstellungen des weiblichen Körpers: Etwa zum Ende des fünften Lebensjahrzehnts beginnt die Funktion der Eierstöcke nachzulassen.
Beide Eierstöcke enthalten bei der Geburt mehrere Millionen Eibläschen (Follikel). Diese Zahl verringert sich während der Pubertät auf etwa 250.000 und nimmt danach ständig mit jedem Eisprung ab Obwohl bei jedem monatlichen Eisprung nur eine Eizelle tatsächlich die Eierstöcke verlässt, reifen jeden Monat viele Tausend Follikel mit, die nach dem erfolgten Eisprung dann verloren gehen. Mit durchschnittlich 50 Jahren sind schließlich keine Eibläschen mehr vorhanden, die zum eisprungfähigen Follikel heranwachsen können. Die Follikel bilden die Östrogene, weibliche Geschlechtshormone. Je weniger Follikel nach und nach vorhanden sind, desto weniger Östrogen wird auch hergestellt. Als Folge kommt es zur letzten von den Eierstöcken gesteuerten Menstruationsblutung, der Menopause.
Symptome
Insbesondere nach der Menopause machen sich bei vielen Frauen Wechseljahrbeschwerden bemerkbar. Etwa ein Drittel der Frauen bleibt während der Wechseljahre jedoch beschwerdefrei. Bei einem weiteren Drittel treten Beschwerden in den Wechseljahren auf, welche die Frauen jedoch nicht als behandlungsbedürftig empfinden. Beim letzten Drittel der Frauen sind die typischen Wechseljahrbeschwerden so stark, dass medizinische Hilfe erforderlich ist.
Unter den verschiedenen Anzeichen der Wechseljahre spielen Gefäßreaktionen die größte Rolle:
Von Hitzewallungen sind etwa 70 Prozent der Frauen betroffen,
von Schweißausbrüchen 55 Prozent und
von Schwindel etwa 45 Prozent der Frauen.
Bei mehr als der Hälfte der Frauen stellt sich im Laufe der ersten zwei Jahre nach der Menopause ein erhöhter Blutdruck ein.

Diagnose

Die Wechseljahre (Klimakterium) der Frau können leicht als Diagnose festgestellt werden, wenn der Arzt die vorliegenden Beschwerden und das Alter der Frau berücksichtigt sowie eine gynäkologische Untersuchung anstellt. Die letzte spontan von den Eierstöcken gesteuerte Menstruationsblutung, die so genannte Menopause, wird rückblickend diagnostiziert, wenn die letzte Blutung ein Jahr zurück liegt.

Treten mehrere der folgenden Punkte gleichzeitig auf, kann dies auf die Wechseljahre hinweisen:

  • Alter 45 Jahre oder älter
  • Hitzewallungen
  • Schlafstörungen
  • Stimmungsschwankungen 
  • Zyklusstörungen
  • Organische Veränderungen an Gebärmutter, Scheide oder Brüsten

Zur Diagnose der Wechseljahre kann auch eine Blutuntersuchung hilfreich sein, bei der die Konzentration verschiedener weiblicher Geschlechtshormone, wie FSH (follikelstimulierendes Hormon) und das zu den Östrogenen gehörende Estradiol bestimmt wird.

Verlauf

Die Wechseljahre teilen Mediziner in verschiedene, einander überlappende Phasen ein:

  • Prämenopause: Der Zeitraum 2 bis 7 Jahre vor der Menopause; Regelblutungen werden unregelmäßig, es treten unter Umständen leichte Wechseljahrsbeschwerden auf.
  • Menopause: Letzte spontan von den Eierstöcken gesteuerte Menstruationsblutung, nach der keine Blutung mehr erfolgt. Sie findet durchschnittlich im Alter von 51 Jahren statt.
  • Postmenopause: Zeitraum nach der Menopause; dauert etwa 10 bis 15 Jahre und endet mit dem Eintritt ins sog. Senium (Alter) etwa im 70. Lebensjahr.
  • Perimenopause: Zeitraum etwa 2 Jahre vor und nach der Menopause, also im Allgemeinen etwa zwischen dem 49. und 53. Lebensjahr

Durchschnittlich dauert die Zeit der Wechseljahre etwa 10 bis 15 Jahre. In den verschiedenen Übergangsphasen verändert sich der Hormonspiegel der weiblichen Geschlechtshormone stetig. Dies kann Beschwerden auslösen, die man unter dem Begriff klimakterisches Syndrom zusammenfasst.

Vorbeugen

Tipps und Ratschläge zu Wechseljahren

Diese Zeit des Wechsels ist mit einer Umstellung in vielen Bereichen des Lebens verbunden. Ganz wichtig ist es, diesen Wandel als natürlichen Prozess zu erfahren, in der die nachfolgende Lebensphase nicht weniger Reize bietet als die vorangegangenen Jahre.
Sport hilft gegen viele Begleiterscheinungen der Wechseljahre. So kann die Muskulatur und das Bindegewebe gestrafft, der Knochenstoffwechsel angeregt und dem Übergewicht vorgebeugt werden. Durch viel Bewegung lassen sich die Abbauvorgänge im Organismus verlangsamen. Bevor Sie sich zur sportlichen Aktivität aufschwingen, sollten Sie sich jedoch einer ärztlichen Untersuchung unterziehen, bei der Ihre körperliche Belastbarkeit festgestellt wird.
Der Arzt kann östrogenhaltige Medikamente verordnen, die die Beschwerden lindern.
Salbeitee hemmt die Schweißabsonderung und kann damit gegen die unangenehmen Hitzewallungen eingesetzt werden.
Wechselfußbäder helfen gegen Kreislaufbeschwerden, Schlaflosigkeit oder Bluthochdruck: Die Füße 5 Minuten in warmes Wasser, 30 Sekunden in kaltes Wasser, 5 Minuten warmes Wasser; dann wiederum 30 Sekunden in kaltes Wasser setzen. Die Füße dann abtupfen und warme Wollsocken anziehen!
Naturheilkundliche Verfahren werden als wirksame Ergänzung und Alternative zur Hormontherapie während der Wechseljahre angewandt.
Eine gesunde, ausgewogene Ernährung und Zufuhr von Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen ist in dieser Lebensphase besonders wichtig.



Scheidenpilz  


Überblick

Bei einer Scheidenpilzinfektion (einem so genannten Vaginalpilz) handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhaut der Scheide, die durch Pilze hervorgerufen wird. Es ist eine alltägliche Erkrankung, die durch den Spross- bzw. Hefepilz Candida albicons entsteht. Da etwa drei von vier Frauen mindestens einmal im Leben von einer Scheidenpilzinfektion betroffen sind, gehört diese zu den häufigsten Infektionen der Geschlechtsorgane der Frau.

Ursachen

Meist werden die Pilze beim Geschlechtsverkehr übertragen. Auch eine durch falsche Toilettenhygiene verursachte Schmierinfektion vom Enddarm in die Scheide kann zur Übertragung der Erreger führen. Ein weiterer, aber eher seltener Übertragungsweg ist die gemeinsame Nutzung von Unterwäsche, Handtüchern und Badeanzügen.

Symptome

Symptome für eine Scheidenpilzinfektion sind Brennen und starker Juckreiz in der Scheide sowie an den äußeren primären Geschlechtsorganen. Dabei sind Scheide und auch Scham oft geschwollen und gerötet. Es tritt ein vermehrter, weißlich-krümeliger Ausfluss aus der Scheide aus und einige Frauen spüren beim Wasserlassen oder auch beim Geschlechtsverkehr Schmerzen.

Diagnose

Für eine Diagnose werden die Betroffenen ausführlich zu ihren Beschwerden befragt. Die körperliche Untersuchung zeigt, dass die Schleimhaut der Scheide gerötet ist und krümelige Beläge in grau-weißlicher Farbe aufweist. Zur Klärung, welche Erreger die Infektion hervorgerufen haben, werden Abstriche genommen, aus denen unter dem Mikroskop Sprosszellen oder Pilzfäden nachgewiesen werden können. Um bei der Diagnose sicher zu gehen, werden Proben der Abstriche noch an ein Labor geschickt.

Verlauf


Mit Salben oder speziellen Zäpfchen erfolgt die Behandlung in der Regel direkt an der betroffenen Stelle. Bei erstmaligem Auftreten der Erkrankung ist eine kurze Behandlungsdauer ausreichend. Bei einer leichten oder beginnenden Infektion werden auch Antiseptika in Form vom Cremes, Tabletten oder Zäpfchen angewandt.

Vorbeugen


Zur Vorbeugung ist auf eine regelmäßige Intimhygiene zu achten, die jedoch nicht übertrieben sein soll, da parfümierte Seifen und häufige Schaumbäder dem natürlichen Scheidenmilieu schaden. Auch auf kunststoffbeschichtete Slip-Einlagen und Binden sowie synthetische und eng anliegende Kleidung sollte man möglichst verzichten.



Endometriose  


Überblick

Als Endometriose wird das Vorkommen von Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) außerhalb der inneren Höhle der Gebärmutter – zum Beispiel in der Gebärmuttermuskulatur oder ganz außerhalb der Gebärmutter in anderen Organen – bezeichnet.

Ursachen

Die einer Endometriose zugrunde liegenden Ursachen sind noch nicht geklärt. Es gibt verschiedene Theorien zu den möglichen Auslösern einer Endometriose. So wurde die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass sich die Endometrioseherde durch Umwandlung aus anderen Gewebearten bilden. Andere Theorien gehen davon aus, dass Zellen der Gebärmutterschleimhaut durch Blut oder Lymphgefäße aus der Gebärmutter verschleppt werden. Als weiterer wesentlicher Faktor für die Entstehung einer Endometriose gilt die so genannte retrograde Menstruation. Dabei wird angenommen, dass durch die Regelblutung Gebärmutterschleimhautzellen aus der Gebärmutter verschleppt werden – beispielsweise in die Eileiter.
Vor allem immunologische Prozesse scheinen entscheidend dafür zu sein, dass eine Endometriose entsteht. So wird diskutiert, dass die verschleppten Gebärmutterschleimhautzellen sich nur dann außerhalb der inneren Höhle der Gebärmutter anlagern können, wenn das Immunsystem überfordert ist oder nicht ausreichend arbeitet. Die genauen Prozesse, die zur Entstehung von Endometriose führen, sind jedoch bisher unbekannt.

Symptome


Die bei einer Endometriose auftretenden Symptome sind an den hormonellen Zyklus der Frau gebunden und verschwinden deshalb mit dem Beginn der Wechseljahre. Die Stärke der Beschwerden hängt nicht zwingend vom Ausmaß der Endometriose ab. So ist etwa die Hälfte aller Frauen mit Endometriose frei von typischen Symptomen. Welche Beschwerden auftreten, hängt in erster Linie davon ab, wo sich die Endometrioseherde befinden.
Das für eine Endometriose wichtigste Anzeichen ist eine schmerzhafte Regelblutung. Dabei beginnen die Schmerzen bereits kurz vor dem Einsetzen der Regelblutung und verstärken sich dann an den ersten beiden Tagen der Blutung. Die Schmerzen sind unter Umständen so stark, dass die Betroffenen an diesen Tagen arbeitsunfähig sind. Mitunter halten die Schmerzen über einen längeren Zeitraum an oder treten völlig unabhängig vom Zyklus auf. Vermutlich wird dieser Dauerschmerz durch eine Schädigung des Gewebes, in dem die Endometrioseherde angelagert sind, hervorgerufen. Besonders an den Stellen, an denen das Blut aus anatomischen Gründen nicht abfließen kann, kommt es durch die wiederholten Blutungen zu Reizungen.
Während einer Schwangerschaft lassen die Beschwerden der Endometriose nach oder verschwinden völlig, da die Regelblutung in dieser Zeit aussetzt.

Diagnose

Der Verdacht auf eine mögliche Endometriose ergibt sich häufig aus den vorliegenden Beschwerden. Zur eigentlichen Diagnose werden verschiedene Untersuchungsmethoden angewendet.
Die für eine Endometriose typischen, erst im Erwachsenenalter auftretenden starken Schmerzen während der Regelblutun werden als sekundäre Dysmenorrhoe bezeichnet.
Endometrioseherde in der Scheide und am Gebärmutterhalshals sind durch eine gynäkologische Untersuchung feststellbar. Liegt eine Endometriose der Eierstöcke vor, sind diese meist vergrößert und knotig verändert, sodass sie deutlich ertastet werden können. Bildgebende Verfahren wie eine Ultraschalluntersuchung oder Computertomographie werden meist eingesetzt, um das Ausmaß von Organveränderungen festzustellen. Gesichert wird die Diagnose der Endometriose durch eine Bauchspiegelung. Dabei werden gleichzeitig Gewebeproben entnommen und anschließend mikroskopisch ausgewertet.

Verlauf


Der Verlauf einer Endometriose ist individuell sehr unterschiedlich und von vielen verschiedenen Faktoren (wie Alter der Betroffenen, Lage der Endometrioseherde, Behandlungsmaßnahmen) abhängig.
Operationen, bei denen die Endometrioseherde vollständig entfernt werden, verlaufen meist sehr erfolgreich und führen in vielen Fällen zur Beschwerdefreiheit. Besteht eine Unfruchtbarkeit aufgrund einer Endometriose, kann nach der Operation etwa in der Hälfte der Fälle der Kinderwunsch der Betroffenen erfüllt werden.

Vorbeugen

Es gibt keine Maßnahmen zum Vorbeugen einer Endometriose, da die Ursachen für ihre Entstehung nicht bekannt sind.

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